DT – Tunnelportal Karawankentunnel „10sec Skulptur“

Wettbewerb Anerkennungspreis

Tunnelportal Karawankentunnel „10sec Skulptur“

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Projekt Daten

Ort: St. Jakob, Österreich
Klient: ASFINAG
Konstruktion: 2013
Errichtungskosten: 1.408.520 Euro (excl. MwSt.)
Status: Wettbewerbsbeitrag, Anerkennungspreis
Projekt team: Alexander Matl, Xavier Delanoue

Konsulenten: ICC Fassadentechnik GmbH

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Projektbeschreibung

Die Verbindungsgeschwindigkeit zwischen verschiedenen Netzwerkknotenpunkten ist in allen Infrastruktursystemen des 21. Jahrhundert das Maß aller Dinge. Betrachtet man jedoch die individuelle Mobilität der Kraftfahrzeuge und ihre dafür vorgesehenen Verkehrsbauten genauer, so ist mit der reibungslosen Dynamik einer Fernverbindung einhergehend, ein Verlust an identitätsprägenden topografischen Gegebenheiten verbunden. Das heißt, je müheloser man sich von A nach B bewegt, desto weniger einprägsamer wird die Landschaft. In unserem Entwurf versuchen wir diesem Phänomen etwas entgegen zu setzten und den Eintritt in den Tunnel als ein inszeniertes Erlebnis zu gestalten. Es steht den Benützern des Tunnels die sich durchschnittlich mit 100 km/h auf diesem Autobahnabschnitt bewegen, eine auf 10 Sekunden begrenzte Wahrnehmungs und Orientierungsphase zu Verfügung. Dies ist genügend Zeit um einen dramaturgischen Spannungsbogen zu erzeugen. „Eine 10 Sekunden Skulptur“.

Als Betrachtungsspektrum müssen zwei verschiedene Felder unterschieden werden. Zum einen die Fernwirkung die den Eintrittspunkt in den Berg definiert und zum anderen die Nahwirkung der Struktur an der man sich mit ca. 100 km/h entlang bewegt. Diese zwei Betrachtungsebenen werden in einem Gestaltungskonzept vereint. Dies geschieht mit Hilfe von dynamisch verformten Fassaden- und Deckenlamellen, die die Komplexität der Technischen Betriebsanlagen eines Tunnels inszenieren.Ein Betrachter der sich mit einer gewissen Geschwindigkeit an einer Struktur entlang bewegt nimmt eine Eigendynamik des an sich bewegungslosen Objekts wahr. Durch die sich öffnende Lamellen wird ein Leitsystem erzeugt, das den Autofahrer behutsam in das Innere des Berges führt. In der Wettbewerbsabgabe werden konzentriert jene Oberflächen als solches System gestaltet die im Nahbezug des Betrachters liegen.Bei der Fernwirkung wird die verformte Lamelle dazu benützt die enormen Betonbauwerke in ein elegantes Kleid zu hüllen, das durch die Verdrehungen einen partiellen Öffnungsgrad zulässt, der den funktionellen Anforderungen des Bauwerks entspricht. (Fenster und Lüftungsöffnungen) Das Erscheinungsbild das sich somit ergibt inszeniert die technische Raffinesse eines Bauwerks die den Berg durchfahrbar macht.